>ZUHAUS<

Juni 2004, "Storchenschul" Wien

Installation zu dem Ausstellungsprojekt >zuhaus< in der ehemaligen Synagoge "Storchenschul" Wien.

Ein Zimmer, schwarz ausgemalt und mit unbeschriebenen Briefpapier tapeziert. Der Boden, bedeckt mit einer dicken Schicht Graphitpulver, wo die Besucher unmerklich dunklen Staub aufwirbeln, der sich auf dem Papier niedersetzt. Die Stille des Raumes wird der Heimsuchung weichen. Von da an wird jede Berührung mit dem Papier eine Spur auf ihm hinterlassen.

Storchenschul: Am Gebäude der ehemaligen Storchenschul erinnert heute nur mehr eine verwitterte Tafel an die Synagoge. Die Inschrift lautet: "In diesem Haus befand sich durch mehr als 60 Jahre, bis zu seiner gewaltsamen Zerstörung im Jahre 1938 der Storchentempel des israelischen Tempelvereins Emunath Awoth für die Bezirke XII-XIV". Dieser Verein war 1863 gegründet worden, seine Aufgabe war es, für die religiösen Bedürfnisse des Bevölkerung der obengenannten Bezirke zu sorgen, so u.a. durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten. Bereits um 1873 konnte der Verein, der mittlerweile als eigene Kultusgemeinde anerkannt war, in der Storchengasse 21 ein zweistöckiges Wohnhaus erwerben. Hier, in der sogenannten Storchenschul, waren eine Knabenlehranstalt, eine Talmud-Tora-Schule sowie ein Jugend-, Frauen- und Unterstützungsverein untergebracht. 1890, nach dem politischen Zusammenschluss der Vorstadtgemeinden mit Wien und dem Erlass des Israelitengesetzes, wurde auch die Kultusgemeinde Fünfhaus der Israelitischen Kultusgemeinde Wien eingegliedert. Die angespannte wirtschaftliche Lage brachte mit sich, dass in der Zwischenkriegszeit kaum mehr frei stehende Synagogen gebaut wurden. Man konzentrierte sich auf Ergänzungen und Ausbau bestehender Anlagen oder Adaptierungen von Wohnhäusern, so auch hier, wo 1930 das Vereinshaus durch den Architekten Ignaz Reiser in eine Synagoge umgebaut wurde. Wie alle anderen Bethäuser und Synagogen wurde auch die Storchenschul 1938 während des Novemberpogroms verwüstet und zerstört, Davidsterne und Gesetzestafeln vom Dachgiebel entfernt. Seit damals dient das Gebäude nur mehr profanen Zwecken. (Aus: Jüdisches Wien, Böhlau Verlag Wien)

Aufgewirbelter Staub

Nina Schedlmayer 17.06.04

>Nach 68 Verlangen & Begehren<

April 1998, Kunsthalle Exnergasse, Wien

...ergänzend zum Bericht über die Ausstellung "nach 68 Verlangen und Begehren" halte ich fest, dass ich nicht unter der Obhut von 68er Eltern aufwuchs, wohl aber später die allgemeinen Vorzüge der Reformzeit genoss, die mich jedoch nicht zum Künstler machten. Ich gehöre zu jenem Teil der in Wien nach 1968 Geborenen, die maximal die "Stones im Gemeindebau" als Früchte der Revolution erlebten.

Der Standard, April ‘98

>Schaufensterkunst in Mariahilf<

April 1994, R.u.R. arts, Wien

Schaufensterprojekt >Galeriebaustellennachterlebnisinstallation< bei R.u.R. arts

Die Rauminstallation, Thema: Aquarium, des Künstlers Robert Resac fügt sich in die noch bestehende Baustelle ein und ist nicht "begehbar", sondern nur durch das Schaufenster zu betrachten. "Die Schaufensterkunst steckt bei uns noch in den Kinderschuhen, wenn überhaupt, ist aber etwa in New York schon ein fixer Bestandteil ..."

Die Presse, April ‘94

NOVI SAD & Robert Resac

WUK, Wien 1993

Installation zu einem Konzert, aus fünf Folien, bemalt mit einer Mixtur aus Zucker, Knochenleim und Acryllack, welche durch Berührung mit dem Publikum rissig wurde, wie Glas absplitterte und den Eindruck der Vergänglichkeit eines Werkes hinterließ.

"Eine Flasche zerschlägt man nicht zufällig. Mit ihr zerbirst jedesmal eine Qual." (Francoise Bouillot, "ABC City" 1988)